Bürgerinnen und Bürger für die Belange des Datenschutzes zu sensibilisieren war das Ziel einer Lehrveranstaltung im Studiengang Wirtschaftsinformatik. Die Studierenden setzten dabei ihre Konzepte in fünf Demonstratoren um, die jeweils eine spezielle Gefährdung der Verarbeitung personenbezogener Daten illustrieren. Der Förderverein unterstützte die Veranstaltung und stiftete den Preis für das beste Team, bestehend aus Felix Hau, Benjamin Siegle, Moritz Trippel, Jonas Walter und Merima Zukancic.



Während der Vorstellung einer App, die sich als Spieleklassiker „Senso“ tarnt, ließ sich deren verdeckte Schadfunktion beobachten: Das fünfte Teammitglied konnte mit Hilfe des Smartphones in Echtzeit beim Kaffeekauf in der Innenstadt verfolgt werden. Dies funktionierte selbst bei deaktiviertem GPS-Sensor, allein die Daten über WLANs in der Nähe des Smartphones genügten zur Positionsbestimmung. Teammitglieder: Jonas Franke, Carlo Hildebrandt, Pascal Kaspar, Louis Kühn und Manuel Witkowski


Vom Benutzer typischerweise unbemerkt und ohne sein Zutun übermitteln PC-Betriebssysteme und -Anwendungen, aber auch netzwerkfähige SmartTVs oder Sprachassistenten im Hintergrund Daten an die Hersteller, aus denen sich auf das Nutzungsverhalten schließen lässt. Melisa Reis, Benjamin Reiser, Sabrina Ruckh und Alexander Schwerttner machten es sich zur Aufgabe, diese Datenübertragungen in einer auch für Laien verständlichen Weise darzustellen. „Seien Sie sich der Lawine an Daten bewusst!“ war ihr treffendes Fazit.


Videoüberwachung ist allgegenwärtig. Diese Erfahrung machten Nico Fahrner, Marco Goedeckemeyer, Simon Schmitt, Sven Schober und Nico Wegerer. Sie entwickelten eine App, mit der sich der Datenbestand des Projekts „Surveillance under Surveillance„, das bestehende Kameras kartografiert, nutzen lässt. Über die mobile App lassen sich von unterwegs aus weitere Kameras sogar mit Videoaufnahmen hinzufügen. Eine schwenkbare, an einen Teleskopstiel aus dem Drogeriemarkt montierte, Dome-Kamera diente dazu, dabei möglichst realistisch die Perspektive der Überwacher nachzubilden.


Dash-Cams, die den Straßenverkehr aufzeichnen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Autofahrern. Ein dauerhaftes Aufzeichnen ist allerdings rechtlich nicht zulässig. Auf ein weitergehendes Risiko wiesen Righi Rasoa, Andreas Seiler, Leonard Stiller, Jeremy Teichmann und Lisa-Marie Waßmer hin: Technologisch machbar ist eine Nachverfolgung von Fahrzeugen mittels automatischer Kennzeichenerkennung auf Smartphones. Aus Platzgründen wurden für die praktische Vorführung im Hörsaal zwei Rutschautos verwendet.


Als bestes Team wurden Felix Hau, Benjamin Siegle, Moritz Trippel, Jonas Walter und Merima Zukancic durch Herrn Ottmüller vom Förderverein geehrt (siehe Foto). Ihre App „bFREE“ implementiert vordergründig einen kostenlosen Virenscanner mit attraktiven Features. Im Hintergrund aber ermöglicht sie einem Angreifer, jederzeit heimlich Kamera und Mikrofon zu aktivieren und sich die Aufnahmen übermitteln zu lassen, ebenso das Auslesen von Dateien auf dem Gerät oder die Abfrage des Standorts. Ihre App enthält aber auch wertvolle Hinweise, wie man sich vor derlei böswilligen Apps schützen kann.